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Ausbildung am Rettungszug am 25.10.2014 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Manuel André Witte   
Donnerstag, 30 Oktober 2014

Ausbildung am Rettungszug

Zugunglücke sind allgegenwärtig. Im Ausland, aber auch in Deutschland. Das Beste Beispiel dafür ist das ICE Unglück in Eschede im Juni 1998 mit 101 Toten und 88 schwer verletzte. Aber auch in unserem Landkreis wurden wir schon Zeugen eines Zugunglückes. Der Eisenbahnunfall von Northeim war die Entgleisung eines Güterzugs gegen 01.30 Uhr am 15. November 1992, am Nordende des Bahnhofs Northeim, in dessen Trümmer anschließend der Schnellzug von Innsbruck nach Kopenhagen hinein fuhr. 11 Tote und 51 zum Teil Schwerverletzte waren die Folge.

Die Rettungszüge (RTZ) der Deutschen Bahn sind schienengebundene Rettungsmittel für Einsätze bei schweren Unglücksfällen im Bahnbetrieb, insbesondere in Tunneln. Das System umfasst sechs speziell ausgerüstete Züge in ständiger Einsatzbereitschaft, die deutschlandweit vor allem für die älteren Hochgeschwindigkeitsstrecken zur Verfügung stehen. Die Züge sind ausgestattet mit zwei Lokomotiven, zwei Transportwagen, einem Gerätewagen, einem Löschmittelwagen sowie einem Sanitätswagen und bieten damit für Bahnunfälle vielfältige Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr und -bekämpfung sowie die Rettung und Versorgung von Personen. Im Einsatzfall werden grundsätzlich die beiden benachbarten Züge alarmiert. Deren Standorte sind in Hildesheim, Kassel, Fulda, Würzburg, Mannheim und Kornwestheim. Das ursprüngliche Einsatzkonzept sah vor, im Ereignisfall beide benachbarten Züge ausrücken zu lassen. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h sollte der erste der Züge damit spätestens nach 30 Minuten das Tunnelportal erreichen, um dort mit Kräften der örtlichen Feuerwehren besetzt zu werden. Am Tunnelportal werden ferner Aggregate für den Funkverkehr ausgeladen und aufgestellt und die Fahrleitung geerdet. Für die Einfahrt in den verrauchten Tunnel soll der Triebfahrzeugführer in den vorderen Transportwagen umsteigen. Bei der Einführung der Züge waren, neben 20 Feuerwehrleuten, vier Notärzte und 30 Sanitäter vorgesehen.

Am 25.10.2014 kamen 4 Kameraden in den Genuss eine Sonderausbildung auf dem Rettungszug aus Kassel zu absolvieren. Nach einer kurzen Begrüßung des Abschnittsleiters Nord, Henning Thörel, gab es eine kurze Vorstellung der 3 Mitarbeiter der Deutschen Bahn die an diesem Tage die Ausbildung leiten sollten. Nach diesem wurden die 30 anwesenden Kameraden in 3 Gruppen aufgeteilt und ihren Ausbildern zugewiesen. Die Ausbilder an sich waren in 3 Bereiche eingeteilt, diese nach gut einer Stunde Ausbildung gewechselt wurden!

Der Bereich 1 beschäftigte sich mit dem Aufbau und Ablauf im Transportwagen 2. In diesem wurde der Digitalfunk näher erläutert. Dieser ist unabhängig von allem anderen Funk (Digital/Analog) und auch nur in einem Bereich von 2 KM um den Rettungszug funktionabel. Jeder Arbeitsbereich hat einen eigenen Kanal. Sobald es zu einem Notfall an der Einsatzstelle kommt, gibt es an der Ausführung derer Geräte einen Knopf womit alle anderen Funkgespräche unterbunden werden und sich darauf konzentriert wird. Weiterhin wurde das Schleusensystem, die Überdruckanlage und dass eine ständige Raumtemperatur von 21 Grad besteht.

Im Bereich 2 beschäftigte sich der Ausbilder mit der Entnahme und dem Aufbau der Rampen am Sanitätswagen! Die Rampen sind so Konzipiert das sie in fast jedem Gelände so aufgebaut werden können das ein Sicherer Zu- und Ausgang gewährleistet ist!

Nach einer kurzen Mittagspause mit Kaffee und Würstchen mit Brötchen durch die Kameraden des 4. Zuges der Feuerwehrbereitschaft 1 ging es dann weiter.

Im 3. Bereich ging es um den Löschmittel und Gerätewagen des Rettungszuges! Hier wurde kurz auf die Behälter die 20.000 Liter Wasser und 1.000 Liter Schaummittel an Bord haben eingegangen. Weiterhin wurde auf die Geräte des Gerätewagens eingegangen! Dieser ist mit mehreren Dieselbetriebenen Stromerzeuger, Schneidwerkzeugen und Gerät zur Rettung von verletzten Ausgestattet. Ein kleines Highlight war das Akku betriebene Kombigerät der Firma Lukas. Dieses Gerät ist gleichzeitig Schere und Spreizer.

Gegen 13:45 Uhr war die Ausbildung dann auch schon beendet. Carsten Winkler, Abschnittsleiter Nord/ Ost, bedankte sich im Namen der Kreisfeuerwehr bei allen Kameradinnen und Kameraden für die spontane Teilnahme und fügte hinzu dass dieses nicht das Ende der Fahnenstange sei. Nach und nach sollen alle Einsatzkräfte im Landkreis Northeim in den Genuss kommen die Ausbildung auf einen der Rettungszüge machen.