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Zugdienst des 3. Löschzuges der Stadtfeuerwehren Bad Gandersheims vom 03.04.2014 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Manuel André Witte   
Samstag, 05 April 2014

Löschzug 3 übt gemeinsam mit dem 3. Zug/ABC Zug der Umweltfeuerwehr in 2 Szenarien das Vorgehen bei einem Gasaustritt.

Immer mehr Haushalte, Gewerbe- und Industriebetriebe nutzen Erdgas zum Heizen, Kochen, zur Warmwasserbereitung und anderweitig. Es wird über Leitungen im Erdreich, auf der Straße sowie Schiene befördert und in Tanks gelagert. Erdgas ist der beliebteste Heizstoff. Doch Gasunfälle enden oft Tragisch. Daher nahm sich der Löschzug 3 diesem Thema an um im Einsatzfall richtig handeln zu können.

Am 03.04.2014 trafen sich 25 Kameraden des Löschzuges 3, unter Führung des Zugführers Dietmar Schlimme, um 19:00 Uhr an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Bad Gandersheim. Dort wurden sie von dem Gruppenführer Messtechnik des 3. Zuges der FB4 (Umweltfeuerwehr) Lennart Lohrenz (altgandersheim) und seinem Stellvertreter Manuel Witte (Wrescherode) in Empfang genommen und über den weiteren Verlauf des Dienstes Informiert.

Zu Beginn des Abends wurden den Kameraden im Zuge einer Powerpoint Präsentation wichtige Einsatzgrundsätze erläutert. Es wurden Inhalte der Chemisch- physikalischen Grundlagen, des Unterschiedes von Erdgas und Flüssiggas, Verhaltensweisen im Einsatz, die Möglichkeiten des Löschzuges im Einsatzfall und die vorhandene Messtechnik im Stadtgebiet erläutert.

Erdgas und Flüssiggas an sich sind nahezu vollkommen geruchlos. Das Versetzen mit einem bestimmten Geruch, ist eine Sicherheitsmaßnahme, um unbeabsichtigten Gasaustritt frühzeitig zu erkennen. Die gebräuchlichsten Geruchsmittel sind schwefelhaltige organische Verbindungen. Diese müssen abstoßend, sollen jedoch nicht ekelerregend riechen, um auch bei gastechnischen Laien einen Warneffekt zu erzielen. Der Geruch geht in Richtung von Faulen Eiern. Die Verhaltensweisen im Einsatz beginnen mit dem richtigen Anfahren an die Einsatzstelle. Dieses sollte immer mit dem Wind erfolgen um nicht in die Wolke aus Gas oder ähnlichen Gefährlichen Gasen hinein zu fahren. Weiter über das Absperren und Absichern der Einsatzstelle und der Fahrzeugaufstellung, der Lageerkundung, dem Aufbau des Löschangriffes bis zu dem Verteiler, dass ständige beachten der Windrichtung, der Erkundung unter schwerem Atemschutz und vielem mehr. Besonders ging Lennart Lohrenz auf die Möglichkeiten des 3. Löschzuges ein. Vieles kann schon vorweg und vor allem durch die Zusammenarbeit der 3 Ortsfeuerwehren im Löschzug abgearbeitet werden! Ein Vorteil dabei stellt auch die Anzahl von 5 Kameraden, die neben ihrer Tätigkeit in ihren Ortswehren auch Aktive Mitglieder im 3. Zug/ABC Zug der FB4 Umweltfeuerwehr sind dar. Da von 2 Kameraden Führungspositionen im ABC Zug besetzt werden ist dieses natürlich ein weiterer Vorteil und zeigt weiter die große Schlagkraft des 3. Löschzuges auf.

Nach dem Theoretischen Teil ging es auf dem Hof der FTZ um in 2 fiktiven Einsatzszenarien das soeben gelernte ins Praktische umzusetzen.

Das erste Szenario befasste sich mit einem Gasaustritt an der FTZ in Bad Gandersheim. Vermutlich 2 Vermisste Personen, keine offenen Flammen. Der Zugführer Dietmar Schlimme Erkundete die Lage auf Sicht und gab eine erste Meldung an die Leitstelle ab. Danach ließ er die Fahrzeuge aufstellen, beorderte die Gruppenführer in Person von Markus Bernard (Ellierode), Gundi Neunast (Heckenbeck) und Andreas Bertram (Wrescherode) zu sich und wies sie in die Lage ein. Aufgrund der Lage wurde (fiktiv) die FFW Bad Gandersheim und der 3. Zug der FB4 (vor Ort) als Unterstützung nachalarmiert. Die Absperrgrenze von 50 Meter wurde gezogen sowie ein Trupp unter schwerem Atemschutz zur Erkundung vorgeschickt. Weiterhin wurde mittels eines C-Hohlstrahlrohres, einem 2.ten Verteiler, 1 C-Schlauch sowie ein Reduzierstück von B auf C und einem Stützkrümmer ein provisorischer Wasserwerfer für eine Wasserschutzwand zum Schutz vor einer eventuellen Explosion und den daraus resultierenden Flammen aufgebaut! Mit den inzwischen eingetroffenen Kameraden der FB4 wurden Trupps gemischt und gemeinsam mit ihrem Dräger X Am 5000 und dem PID Tiger eine erweiterte Erkundung vorgenommen, sowie das MSA Altair 4X als EX Warn Gerät zum Eigenschutz an die Absperrgrenze positioniert. Weiterhin wurde eine Verunfallte Person oberhalb der Kuhle und die 2te aus der Kuhle hinter der FTZ gerettet!

Das 2te Szenario sollte sich wie folgt darstellen. Leck geschlagener Gastank hat Feuer gefangen und das angrenzende Waldstück entzündet. Ausströmendes Gas brennt weiterhin. Vermutlich keine Personen vermisst! In diesem Szenario ging es nicht nur darum schnellst möglich den Brand am angrenzenden Waldstück Herr zu werden, sondern auch darum einen Weg zu finden den leck geschlagenen Gastank zu verschließen. Nach festlegen der Absperrgrenze und Einweisung der GrFü. wurde wieder ein Provisorischer Wasserwerfer aufgebaut um den Gastank zu Kühlen und einer evtl. Explosion vorzubeugen. Dieses Mal wurde ein B Strahlrohr ohne Mundstück benutzt und so ausgerichtet dass die möglichst größte Kühlwirkung erzeugt wird. Dabei ist es wichtig nicht direkt auf die Austrittstelle zu Zielen und die Flammen zu löschen, sondern den Tank zu kühlen. Denn solange das Gas brennt ist es Sichtbar und die Gefahr einer Explosion durch angesammeltes Gas in der umgebung ist Quasi nicht möglich. Weiterhin wurde mit 2 C Strahlrohren die Brandbekämpfung von den Flanken eingeleitet. Da man sich nicht sicher sein konnte das sich wirklich keine Personen im Bereich der Brandstelle befinden wurde dieser mit weiteren Atemschutztrupps abgesucht um ganz sicher zu gehen. Nachdem auch dieses Szenario abgearbeitet war, wurden alle Fahrzeuge wieder Einsatzbereit gemacht und sich zu einer kurzen Übungsnachbesprechung gesammelt.

Zum Schluss bedankte sich der Zugführer Dietmar Schlimme bei Lennart Lohrenz und seiner Gruppe im Namen aller anwesenden 25 Kameraden für den sehr informativen und vor allem äußerst Praktisch bezogenen Dienst. Jeder konnte an diesem Tage positive Eindrücke mitnehmen und man war sich einig sowas im nächsten Jahr mit den Kameraden der FB 4 zu wiederholen!